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Saturday, July 9 • 15:45 - 16:45
Journalisten machen keine PR – 10 Jahre Medienkodex

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„Journalisten machen keine PR.", lautet Artikel 5 des Medienkodex. Nicht selten wurde über vier Worte so viel und so hitzig diskutiert. Mit erscheinen des Medienkodex im Jahr 2006 wurde eine Kontroverse unter Journalisten und Verbänden ausgelöst. 2016 feiert der Medienkodex seinen 10. Geburtstag. Höchste Zeit, ihn zu entstauben und der Zeit anzupassen. Der Vorstand von Netzwerk Recherche legt einen neuen Entwurf vor mit vielen Änderungen, aber zum Leitbild gehört auch weiterhin: "Journalisten machen keine PR". Über das Für und Wider wird hier diskutiert. 

 

Netzwerk Recherche legt Entwurf für einen aktualisierten „Medienkodex“ vor 
In diesem Jahr wird der Medienkodex des Netzwerks Recherche zehn Jahre alt. Ein guter Zeitpunkt, ihn zu überprüfen und zu entstauben! 
Der Vorstand von Netzwerk Recherche hat einen aktualisiserten Entwurf des Medienkodex' erarbeitet, den wir auf der Jahrestagung mit den Mitgliedern diskutieren möchten. 
Gelegenheit dafür ist beispielsweise bei unserer Mitgliederversammlung, am Freitag, 8. Juli, um 18:15 Uhr (K3) , oder bei einer Podiumsdiskussion am Sonnabend, um 15.45 Uhr unter dem Titel „Journalisten machen keine PR“ (K7). 
Denn dieser Satz ist es, der seit dem Jahr 2006 für viel Gesprächsstoff sorgt – bis heute. 


ENTWURF des Vorstands von Netzwerk Recherche e.V., im Juli 2016
 

Präambel: 
Recherche ist die wichtigste Voraussetzung für die Glaubwürdigkeit des Journalismus. Der ökonomische Druck gefährdet die Qualität des Journalismus. Neue Technologien eröffnen dem Journalismus und der Recherche Chancen, aber auch Pflichten. 
Um die Qualität, das Handwerk und die Rahmenbedingungen der Recherche zu sichern, setzt sich das Netzwerk Recherche für folgendes Leitbild ein:
 

1. Journalisten* recherchieren und berichten unabhängig, sorgfältig und umfassend. Sie achten die Menschenwürde und Persönlichkeitsrechte. 
 
2. Journalisten recherchieren, gewichten und veröffentlichen nach dem Grundsatz „Sicherheit vor Schnelligkeit“. 

3. Journalisten schützen ihre Informanten uneingeschränkt, vor und nach einer Berichterstattung. Sie klären auf über Risiken. Die Sicherheit des Informanten hat stets Priorität. 

4. Journalisten schützen ihre Kommunikation. Sie sind verpflichtet, sich die Grundkenntnisse digitaler Verschlüsselung und Netz-Sicherheit anzueignen. 

5. Journalisten machen keine PR. 

6. Journalisten verzichten auf jegliche Vorteilsnahme und Vergünstigung. 

7. Journalisten unterscheiden erkennbar zwischen Fakten und Meinungen. 

8. Journalisten überprüfen ihre Arbeit und machen ihre Fehler und Korrekturen transparent. Sie stellen - soweit möglich und soweit von Interesse - Transparenz her über ihren Rechercheweg. 

9. Journalisten ermöglichen und nutzen Fortbildung zur Qualitätsverbesserung ihrer Arbeit. Sie sind zur Weiterbildung verpflichtet. 

10. Medienunternehmen sind in der Verantwortung, Journalisten bei der Umsetzung dieses Leitbildes zu unterstützen. Wichtige Funktionen haben dabei Redaktions- und Beschwerdeausschüsse sowie Ombudsstellen und eine kritische Medienberichterstattung. 


* Es sind stets beide Geschlechter gemeint.


Medienkodex seit 2006

Präambel:
Neue Technologien und zunehmender ökonomischer Druck gefährden den Journalismus. Um seine Qualität und Unabhängigkeit zu sichern, setzt sich das Netzwerk Recherche für dieses Leitbild ein

1. Journalisten* berichten unabhängig, sorgfältig, umfassend und wahrhaftig. Sie achten die Menschenwürde und Persönlichkeitsrechte.

2. Journalisten recherchieren, gewichten und veröffentlichen nach dem Grundsatz „Sicherheit vor Schnelligkeit“.

3. Journalisten garantieren uneingeschränkten Informantenschutz als Voraussetzung für eine seriöse Berichterstattung.

4. Journalisten garantieren handwerklich saubere und ausführliche Recherche aller zur Verfügung stehenden Quellen.

5. Journalisten machen keine PR.

6. Journalisten verzichten auf jegliche Vorteilsnahme und Vergünstigung.

7. Journalisten unterscheiden erkennbar zwischen Fakten und Meinungen.

8. Journalisten verpflichten sich zur sorgfältigen Kontrolle ihrer Arbeit und, wenn nötig, umgehend zur Korrektur.

9. Journalisten ermöglichen und nutzen Fortbildung zur Qualitätsverbesserung ihrer Arbeit.

10. Journalisten erwarten bei der Umsetzung dieses Leitbildes die Unterstützung der in den Medienunternehmen Verantwortlichen. Wichtige Funktionen haben dabei Redaktions- und Beschwerdeausschüsse sowie Ombudsstellen und eine kritische Medienberichterstattung.


* Es sind stets beide Geschlechter gemeint.

Links:

Kritische Auseinandersetzung mit dem Medienkodex
http://journalistik-journal.lookingintomedia.com/?p=733

http://www.deutschlandfunk.de/djv-und-netzwerk-recherche-im-clinch.761.de.html?dram:article_id=113847

http://www.mz-web.de/kultur/alternative-neuer-medienkodex-soll-journalisten-orientierung-geben-8947630


https://netzwerkrecherche.org/files/nr-werkstatt-04-journalismus-und-pr.pdf

http://www.bdzv.de/nachrichten-und-service/branchennachrichten/artikel/detail/presserat_netzwerk_recherche_medienkodex_ist_praxisfern

http://meedia.de/2015/04/30/rolle-rueckwaerts-dax-kommunikationschefs-lehnen-medien-kodex-ab

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/medienkommissar/der-medienkommissar-medienkodex-laesst-viele-hintertueren-offen/11447452-2.html


Moderatoren
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Prof. Dr. Volker Lilienthal

Rudolf-Augstein-Stiftungsprofessur, Universität Hamburg
Volker Lilienthal, 1959 geboren in Minden/Westfalen, war bis zu seiner Berufung an die Universität Hamburg Verantwortlicher Redakteur des Fachdienstes „epd medien“ in Frankfurt am Main. Im Wintersemester 2007/08 hatte er die Rudolf-Augstein-Stiftungsprofessur für Praxis des Qualitätsjournalismus bereits vertreten. Sein Studium der Journalistik an der Universität Dortmund schloss er 1983 als Diplom-Journalist ab... Read More →

Referenten
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Daniela Friedrich

Studentin der Uni Hamburg
Daniela Friedrich ist Studentin im Master Journalistik und Kommunikationswissenschaft an der Universität Hamburg, Mitherausgeberin der studentischen Fachzeitschrift StuZ MuK, Gastgeberin im BredowCast, dem Podcast des Hans-Bredow-Instituts und freie Beraterin für digitale Kommunikation. In Hamburg hat sie bereits Medien-, Kommunikationswissenschaft und Soziologie studiert und zuvor eine Ausbildung als Veranstaltungskauffrau... Read More →
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Klaus Kocks

CATO Sozietät für Kommunikationsberatung
Klaus Kocks ist Unternehmensberater und Publizist. Er wurde am 13. März 1952 in Oberhausen geboren. Nach dem Abitur absolvierte er von 1970 bis 1976 ein Studium der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Germanistik und Philosophie an der Ruhr-Universität in Bochum. Er legte beide Staatsexamen mit Auszeichnung ab. 1981 promovierte er dort summa cum laude und erhielt für seine Dissertation den Universitätspreis seines... Read More →
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Tom Schimmeck

Autor
Jahrgang 1959. War 1979 Mitgründer der taz und für diese bis 1984 in Hamburg, Bonn und Berlin tätig. Danach arbeitete er als freier Autor für die Frankfurter Rundschau, Transatlantik und den NDR. 1986 war er Redakteur und Reporter bei Tempo, 1987-1989 politischer Redakteur des Spiegel. Ende 1989 ging er als Autor nach Südafrika, schrieb für Zeitungen und Magazine wie Geo, das... Read More →
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Julia Stein

Leiterin Abteilung Politik und Recherche, Kiel, 1. Vorsitzende netzwerk necherche / NDR
Julia Stein ist Leiterin der Abteilung Politik und Recherche im NDR Landesfunkhaus Kiel und erste Vorsitzende von Netzwerk Recherche. Zuvor war sie stellvertretende Leiterin im Ressort Investigation des NDR, Redaktionsleiterin beim Medienmagazin ZAPP und Politik-Redakteurin sowie Chefin vom Dienst beim NDR Hamburg Journal. In Hamburg und Paris hat sie Politikwissenschaften, Romanistik und Medienkultur studiert. 2007 wurde sie mit dem... Read More →


Saturday July 9, 2016 15:45 - 16:45
K7

Attendees (30)